- Rechtsanwalt Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte analysiert Lage vor Ort gemeinsam mit CEO Michael Ostermann und der Geschäftsführung der Tochtergesellschaften
- Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter – Belegschaft bei Mitarbeiterversammlung informiert, Vorbereitung für die Vorfinanzierung der Insolvenzgeldzahlung läuft
- Erklärte Zielsetzung: Langfristige Perspektive durch den Verkauf an einen Investor und Erhalt von Arbeitsplätzen stehen weiterhin im Mittelpunkt
Ellwangen, 28. Juli 2026 – Der vom Amtsgericht Stuttgart bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte ist mit seinem Team am Hauptsitz der VARTA-Gruppe in Ellwangen, um sich in enger Abstimmung mit dem Vorstand um CEO Michael Ostermann einen umfassenden Überblick über die Lage zu verschaffen. „Unsere Kräfte werden darauf gebündelt, dass der Geschäftsbetrieb möglichst ohne Einschränkungen weiterläuft. Dafür findet ein intensiver Austausch mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten statt“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte. Die Mitarbeitenden wurden bereits auf einer Mitarbeiterversammlung informiert. Parallel wird die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes über die Agentur für Arbeit organisiert, um die fristgerechte Auszahlung der Löhne und Gehälter zu sichern.
Verfahrensstruktur weiter harmonisiert
Um die Abläufe zu vereinfachen und bürokratische Hürden abzubauen, haben der Vorstand der VARTA AG und die Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften ungeachtet der von ihnen weiterhin gesehenen Prognose für den Erhalt der Unternehmen eine verfahrensrechtliche Anpassung vorgenommen. Die VARTA AG sowie die operative Tochtergesellschaft VARTA Microbattery GmbH wechseln aus der ursprünglichen Eigenverwaltung in das klassische vorläufige Insolvenzverfahren, in dem auch die VARTA Storage GmbH und VARTA Micro Production GmbH sind. Dies hat keine Auswirkungen auf die Zielsetzung des Insolvenzverfahrens einer nachhaltigen Fortführungslösung. Das Amtsgericht Stuttgart hat Herrn Wahl mit Beschlüssen vom 28. Juli 2026 als vorläufigen Insolvenzverwalter über die Vermögen der VARTA AG und VARTA Microbattery GmbH bestellt. Der Geschäftsbereich VARTA Consumer Batteries hat keinen Insolvenzantrag gestellt.
Die Angleichung der Verfahren hat das Ziel, die Komplexität aufgrund der umfangreichen gruppeninternen Verflechtungen der Gesellschaften deutlich zu verringern und die Umsetzung einer Sanierungslösung zu erleichtern. Für Kunden, Lieferanten und die Beschäftigten bringt die Änderung keinerlei Nachteile oder Einschränkungen. Das Management um CEO Michael Ostermann bleibt weiter an Bord und arbeitet eng mit dem Team von Tobias Wahl zusammen. „Die Verfahrensharmonisierung vereinfacht den weiteren Sanierungsverlauf. Management, Belegschaft und vorläufiger Insolvenzverwalter können dadurch besser Hand in Hand zusammenarbeiten“, betont VARTA-CEO Michael Ostermann.
Sanierung und M&A-Prozess werden konsequent fortgeführt
An der klaren Zielsetzung einer langfristigen Sanierung ändert der Wechsel der Verfahrensart nichts. Auch der Beginn des strukturierten M&A-Prozesses zur Erschließung neuer Investorenlösungen wird vorangetrieben.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Wahl erklärt dazu: „Mein erster Eindruck ist, dass hier trotz aller widrigen Umstände ein sehr motiviertes Team arbeitet. Das ist für uns eine wichtige Voraussetzung beim Sanierungsprozess. Unser Ziel bleibt eine langfristige und tragfähige Lösung. Der Wechsel im Verfahren macht viele Prozesse einfacher.“
Traditionsunternehmen mit über 130-jähriger Geschichte
Die VARTA AG blickt auf eine mehr als 130-jährige Geschichte zurück und zählt zu den bekanntesten deutschen Traditionsmarken der Elektroindustrie. Gegründet 1887 von Adolph Müller als „Accumulatoren-Fabrik Tudor & Cie“, entwickelte sich das Unternehmen zum Pionier der Batterietechnologie. Heute bündelt die VARTA AG als Konzernmutter die Aktivitäten in den Bereichen Mikrobatterien und Energiespeichersysteme. Mit hoher Fertigungstiefe beliefert die Gruppe unter anderem Kunden in der Unterhaltungselektronik sowie der Medizintechnik. Zuletzt geriet die Gruppe durch verschlechterte Marktbedingungen, negative Währungseffekte und den Wegfall eines Ankerkunden unter Druck, was zu einer Finanzierungslücke ab 2027 führte.
Über Anchor
Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und über 170 Mitarbeitern in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.
Team Anchor:
Tobias Wahl, Vorläufiger Insolvenzverwalter
Dr. David Blum, Rechtsanwalt
Jessica Schmechel, Rechtsassesorin
Remo Kruse, Rechtsanwalt